Eine vorbelastete Beziehung
Hai - ein Wort das Furcht und Faszination zugleich auslöst und leider auch immer wieder für Schlagzeilen sorgt. Doch woher kommt all diese Furcht und Angst vor dem Hai?
Sicher haben reißerische Berichterstattung und der eine oder andere Kinofilm dazu beigetragen, den Hai zum "Bad Guy" abzustempeln und eine "nur ein toter Hai ist ein guter Hai" Mentalität zu erzeugen, doch datiert die Angst viel weiter zurück.
Einige Wissenschaftler sind der Meinung der Antwort auf diese Frage ein wenig näher gekommen zu sein.
Im Fachjargon ist hier von s.g. Urängsten die Rede, also solchen die unterbewußt in uns allen vorhanden sind. Man nimmt an, daß diese sich, auf Grund anhaltend negativer Erfahrungen, über einen langen Zeitraum vom Anbeginn der Menschheit entwickelt haben. In der Fachsprache werden diese auch als "Innert Fears" bezeichnet, dazu zählen auch Ängste vor Spinnen, Schlangen, und großen Raubtieren aller Art.
Wir sprechen vielmehr heute von der sogenannten "Angstzination" - ein Zustand gleichzeitiger Angst und Faszination! Nur so ist zu erklären, weshalb über die Jahrzehnte hinweg sich der Hai in den Schlagzeilen hält. Andere Tiere, die eine ungleich höhere Anzahl von Menschenleben zu deren Negativbilanz zählen, wie etwa Schlangen oder giftige Insekten, tauchen weitaus seltener in den Medien auf. Gemessen an den statistischen weltweit 9-10 tödlich verlaufenen Haiunfällen stehen mehr als 4.000 tote Menschen allein in Indien dem Biß einer einheimischen Viper gegenüber! So oder so - der Mensch begegnet dem Hai heute nach wie vor mit Mißtrauen und in der Mehrzahl mit Abneigung.
Haiunfälle, welche leider jedes Jahr immer wieder ihren Weg in die Schlagzeilen der Medien finden, tragen nicht gerade dazu bei, dieses Verhältnis bei den Skeptikern nachhaltig zu verbessern. Dieser Informationsteil von SHARKPROJECT soll vor allem dazu beitragen, Vorurteile abzubauen und ein besseres Verständnis für diese faszinierenden Tiere zu wecken und zu fördern.
Trotz der großen Anzahl an Leuten, die sich heute in den Weltmeeren tummeln, gibt es bislang nur eine handvoll Menschen, die je einen Hai gesehen haben und noch weniger wurden jemals bedroht oder verletzt. Trotzdem fürchtet sich der Mehrzahl der Menschen vor Haien.
Die US‐amerikanische Marine begab sich nach dem zweiten Weltkrieg und mehrerer Schiffsunglücke auf die Suche nach Haiabwehrmitteln, man verabsäumte es allerdings, die klassische Verhaltenforschung einfließen zu lassen, um überhaupt verstehen zu können wie Haie in Gegenwart von Menschen agieren bzw. reagieren.
Haiangriffe oder besser Haiunfälle - das ist eine seit Jahren kontrovers geführte Diskussion. Das Menschen durch Haie zu Schaden gekommen sind, ist eine unbestreitbare Tatsache, doch behinderten zu schnell gefällte Urteile über den Unfallhergang, dass die Bevölkerung richtig informiert wird.