Haie sind etwas andere Fische...

Haie zählen zusammen mit den Rochen und Chimären zu den sogenannten Knorpelfischen. Der Unterschied zu einem normalen Knochenfisch ist gewaltig.  

Christine Gstoettner
© Christine Gstoettner
So hat ein Mensch mehr Verwandtschaft mit einem Salamander, als ein Hai mit einem gewöhnlichen Knochenfisch.

Knorpelfische haben Knorpel statt Knochen, keine Schwimmblase, Kiemenschlitze statt eines Kiemendeckels, Hautzähnchen statt Schuppen und vor allem eine andere Art der Fortpflanzung.
Allen gemeinsam ist eine innere Befruchtung, aber dann beginnen auch bei den Haien die Unterschiede. Etwa 20 % legen Eier und 80 % gebären lebend – aber auch das auf unterschiedliche Weise. So haben einige Arten eine Art Plazenta, in der sich die Jungen entwickeln, andere brüten Eier im Bauch aus. Je nach Art bekommen Haie zwischen 2 und 100 Junge. Kein Vergleich zu den Millionen von befruchteten Eiern der Knochenfische.  

Was unterscheidet die Knorpelfische von den Knochenfischen?


Nach neuester Auffassung vieler Wissenschaftler sollten die Haie nicht mehr mit den eigentlichen Fischen zusammengefasst werden. Betrachtet man die Entwicklungsstufen der einzelnen Tiergruppen, so ist in der Tat festzustellen, dass wir Menschen beispielsweise eine nähere Verwandtschaft zu Molchen aufweisen, als Knorpelfische zu den Knochenfischen. Für den Laien leichter zu erkennen sind allerdings die anatomischen Unterschiede zwischen diesen beiden Klassen.

Knorpelfische besitzen im Gegensatz zu den Knochenfische keine:

Gasblase um Auftrieb herzustellen
Kiemendeckel, sondern nur Kiemenschlitze
Keine Schuppen, sondern Hautzähnchen
Rückwärtsgang, da sich ihre Brustflossen nur eingeschränkt bewegen lassen
Weitere Unterschiede zeigen sich vorwiegend in der inneren Anatomie, wie beispielsweise der
inneren Befruchtung

Rochen


- die unmittelbaren Verwandten der Haie
Rochen sind die unmittelbaren Verwandten der Haie, sie haben sich bereits in einem frühen Stadium der Evolution (spätes Trias) von den Haien abgespalten und eine eigene Unterklasse, mit heute ca. 530 Arten gebildet.

Rochen kennzeichnen sich durch ihren flachen Körperbau und deren überwiegend "bodenständigen" Lebensweise. Unter dem Strich sind Rochen aber nichts anderes, als modifizierte und plattgedrückte Haie.

Die Chimären


Chimären, auch Seekatzen, Seeratten oder Elefantenfische genannt, gehören mit zu den bizarrsten Vertretern der Knorpelfische. Diese bis zu 2 Meter groß werdenden Tiere sind allesamt Vertreter der Tiefsee, die nur selten in flachere Gewässer vordringen. Geklärt ist auch nicht, warum wesentlich mehr weibliche als männliche Tiere in den Netzen der Fischerei enden.

Die Chimären sind die einzigen Knorpelfische, die Kiemendeckel wie die Knochenfische besitzen. Sie verfügen über ein plattenartiges Gebiss, das ihrer Beute voll angepasst ist - den Krusten- und Weichtieren.
Chimären haben sich vermutlich von einem der urzeitlichen Haie zur Zeit des Karbon (vor ca. 350 Mio Jahren) entwickelt. Innerhalb der ca. 1.100 Arten der Klasse der Chondrichthyes (Knorpelfische), gibt es 34 Chimären-Arten.

 

| 20.8.2008 | Print |